Tel Avadi

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Tel Avadi

Tel Avadi

Titel: Tel Avadi
Anführer: Amir Bey Tulaf Jahanshar
Fraktion: Sultanat von Tel Abim
Standort: Farhat al'Sultan
Bewohner: ungefähr 400



Hauptstadt von Farhat al'Sultan

Geschichte

Lediglich von Zeit zu Zeit machten abimesische Kaufleute hier halt, um Vorräte zu fassen. Dies änderte sich allerdings im Jahr 71 v.Ö. mit dem Entschluss des Amirs Faisal Mukkhadin, der vom Sultan den Auftrag bekam, hier mit zur Zwangsarbeit verurteilten Sträflingen eine Kolonie aufzubauen. Die Sträflinge sollten dabei aber auch gleichzeitig die zukünftigen Siedler dieser Insel darstellen, war die Insel doch isoliert von den restlichen Inselgruppen des Reiches, konnten sie hier ein neues Leben als auf der Insel Gefangene, aber Freie aufbauen. Vier Jahre später, im Jahr 67 v.Ö., wurden daraufhin zehn Schiffe mit insgesamt 400 Verurteilten, 50 Aufsehern und Bey Mukkhadin auf die Insel geschickt. In einer Bucht im nördlichen Teil der Insel wurde die Gefängniskolonie errichtet und mit einer starken Mauer umgeben. Anschließend legte man die ersten Felder und Unterkünfte für die zu errichtenden Plantagen an. Doch bereits im ersten Winter, der für die Abimesen unerwartet hart ausfiel und so zu Hunger und Frosttoten führte, entkam etwa die Hälfte der überlebenden Gefangenen ins Binnenland der Insel. Zwar wurden vom Festland immer weiter neue Verurteilte in die Kolonie Farhat al’Sultan geschafft, doch diese konnten den Verlust nicht ausgleichen. Immer mehr Gefangene flohen ins Innere der Insel. Die ersten Geschichten der Insel beschreiben dieses Jahrzehnt als die Geburtsstunde der Tigersöhne und anderer wilder Stämme in verschiedenen Regionen der Insel.

Schließlich zog man 61 v.Ö. die Konsequenzen daraus. Faisal Mukkhadin wurde seines Amtes enthoben und an seiner statt folgte Ruban Manach, der am Sultanshof vorgeschlagen hatte, mit harter Hand gegen die Flüchtigen vorzugehen und die Siedlung aufzubauen. Er wurde mit zwei Schiffen und siebzig Söldnern nach Farhat al’Sultan entsandt. So begann ein Kampf gegen die Entflohenen, der jedoch eine herbe Niederlage für das Sultanat war. Von siebzig Söldnern starb die Hälfte im Verlauf eines vierjährigen, erbarmungslosen Guerillakrieges gegen die entflohenen Sträflinge. Als die restlichen Söldner ihre Geldgeber betrogen und die Insel in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verließen, endete auch das Mandat des Gouverneurs Manach. Die Kolonie wurde aufgegeben, man überließ die verbliebenen Siedler sich selbst.

In dieser Zeit schrumpfte die Siedlung auf gerade einmal fünfzig Einwohner. Neue Relevanz für das Sultanat bekam sie vierzig Jahre später im Jahr 23 v.Ö., als zu diesem Zeitpunkt Unruhen in der Stadt Tel Serakh ausbrachen. Die menschliche Bevölkerungsmehrheit missachtete hier, provoziert durch den Übergriff eines Trolls auf eine Menschenfrau, das Friedensedikt des Sultans und es kam zu mehrtägigen Unruhen, bei denen ein aufgebrachter Mob etwa zwanzig Trolle tötete. Um der Unruhen Herr zu werden wollte man aus der Kolonie Farhat al’Sultan eine rein trollische Siedlung machen, wohin die Trolle dann gebracht werden sollten. Man ließ einen weitreichenden Trolltempel und einige Ritualstätten in der Siedlung errichten, aufbauend auf einem Höhlensystem in den umliegenden Bergen und setzte anschließend den trollischen Amir Nkofu ein. Tatsächlich zogen etwa zweihundert Trolle in die neue Siedlung. Nkofu regierte im Auftrag des Sultans Tel Avadi, wie die Siedlung nun genannt wurde, für fast zwanzig Jahre, bis er 3 v.Ö. verstarb. Ihm folgte Rashid Numah.

Leider meinte es das Schicksal wieder nicht gut mit Tel Avadi. Numah war vor allem an seiner eigenen Tasche interessiert und weniger am Gelingen der Kolonisation. So führte seine konsequente Ausbeutung der Siedlung zu einem deutlichen Schwund an Kolonisten. Manche verhungerten, andere verließen Tel Avadi, und wieder andere schlossen sich den noch immer auf der Insel heimischen Wilden an, wie die Nachfahren der Entflohenen nun genannt wurden. Auch griff in dieser Zeit der Großhäuptling der Wilden, der alle Stämme unter sich vereint hatte, Jalik Schwarzer-Falke die Siedlung an und plünderte sie im Jahr 1 v.Ö. mit seiner Horde, wobei er selbst jedoch starb. So sank die Einwohnerzahl der Kolonie wieder, und erneut verschwand sie in der Bedeutungslosigkeit. Daran konnte auch der Erste Krieg nichts ändern, als zwanzig Flüchtlinge aus dem Königreich Sturmwind hier ankamen. Auch sie hinterließen jedoch ihren Fußabdruck in der Geschichte der Kolonie, finanzierten sie doch gemeinsam durch den Verkauf des geretteten Schmucks den Bau der kleinen Kirche “Kapelle des Heiligen Lichts zu Ehren der guten Brüder von Nordhain”.

Die Kolonie dümpelte vor sich hin, bis vor einem Jahr schließlich Tulaf Jahanshar zum Gouverneur gemacht wurde. Abimesen mögen diesen Namen kennen: Tulaf Jahanshar war einst der aufgehende Stern am Himmel der Amire von Tel Abim. Ein Kriegsheld im Kampf gegen die Piraten, berühmt für seine Großzügigkeit, geliebt im Volk. An einem Geburtstag hat er einmal hundert Plantagensklaven die Freiheit geschenkt und jedem Einwohner des Viertels, dessen Magistrat er damals war, einen Zentner Weizen geschenkt. Doch er wurde Opfer einer Verfahrensintrige am Sultanshof und von politischen Gegnern kaltgestellt, indem man ihn zum Gouverneur der wahrhaft lichtverlassenen Kolonie am Ende der abimesischen Welt machte. Dies setzte dem Mann sehr zu. Er begann seinen Frust wahrhaftig in sich hineinzufressen, wurde immer fetter und runder, begann Opium und Haschisch zu rauchen, und gab sich ganz depressiver Lethargie hin.

Dies änderte sich erst im Sommer des Jahres 33, als Tulaf ganz aus dem Häuschen war: Eine Nachricht erreichte ihn. Zweihundert Leute, Flüchtlinge aus dem hohen Norden, sollten in seiner Siedlung untergebracht werden.Ein Umstand, welcher weder der Bekanntheit des Ortes, Tulafs Ruf in Tel Abim, noch seiner Wirtschaftskraft Abbruch tun sollte und so war es dem einstigen Amir schon bald vergönnt den Ort mit dem er mittlerweile eine Hassliebe verband und zu verlassen und sein Schicksal in die Hände Yassin Hal'fadats zu legen, während er nach Tel Abim zurückkehrte, um sich den wahrhaftig schönen Dinge des Lebens hinzugeben.

Legenden und Sagen

Die Grünkinder

„Warum ich nachts einen Teller mit Äpfeln ins Fenster stelle? Der ist für die Grünkinder natürlich! Sie wohnen im Wald, aber nachts kommen sie in die Stadt! Und wenn sie kommen, dann bringen sie Glück ins Haus! Sie sind die guten Geister des Waldes, und wer ihnen nichts antut, dem tun sie auch nichts an. Wer ihnen aber etwas gibt, was ihnen gefällt, wer im Wald eine Blume pflanzt oder ihnen Früchte hinstellt, den besuchen sie manchmal. Dann helfen sie den Kranken und machen sie gesund oder machen, dass das Korn besser wächst. Wenn Du einen besonderen Wunsch hast, dann geh in den Wald und leg ihnen etwas auf ihren Altar. Sie helfen Dir ganz gewiss! Und wenn Du bei Vollmond in den Wald gehst, dann hast Du vielleicht Glück, dann siehst Du sie mit den Glühwürmchen tanzen!“

eine freundliche Nachbarin