Tel Abim

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Work in progress

Vorwort

Für gewöhnlich arbeiten wir die Lore auf, die Blizzard uns in den verschiedenen Quellen zur Verfügung stellt. Im Falle dieses Artikels haben wir dies nicht getan. Dieser Artikel basiert ausschließlich auf Spekulationen und eigenen Interpretationen wie Ansätzen zur Lore, die wir aus keinen offiziellen Quellen beziehen können. Dennoch gilt dieser Artikel auf unserem Server als Teil der Lore und ist als Solcher zu behandeln.

Lebensraum

Das Volk der Abimesen (Einzahl: Abimese) bewohnt die zahllosen Inseln der westlichen Südsee Azeroths. Die Hauptinsel, Tel Abim, liegt etwa auf halber Strecke zwischen Gadgetzan und Kezan und ist gleichzeitig auch die größte Landmasse in einem Archipel aus über einhundert kleineren Inseln und Eilanden, von denen etwa die Hälfte bewohnt ist. Das Klima hier ist tropisch, statt Jahreszeiten gibt es hier eine Regenzeit und Trockenzeit, wobei man sich nicht täuschen lassen sollte: Regnet es in der Regenzeit nahezu unablässig, ist auch die Trockenzeit alles andere als eine halbjährige Dürre. Der Regen kommt mindestens einmal am Tag zur Mittagsstunde, so pünktlich, dass viele Abimesen danach leben wie im Norden nach dem Stand der Sonne.

Lebensweise

Die Abimesen - Kinder der Wellen

Tel Abim gilt zurecht als einer der größten Schmelztigel Azeroths. Vor Jahrtausenden gegründet von den menschlichen Sklaven eines ruchlosen Trollimperiums vereint es heute viele unterschiedliche Völker unter einer zentralen Macht. Bis heute übt das Sultanat eine Anziehungskraft auf den Rest der Welt aus, Drittgeborene, die sonst ein Leben als Knecht erwarten würde, Gesuchte, Vertriebene, Fahnenflüchtige, gestrandete Matrosen, finstere Kultisten, Exilanten, Goldsucher, Abenteurer, Tagediebe, Totschläger, Verräter, Verschwörer, Rebellen - Sie alle strömten in die Südsee. Und nicht Wenige von ihnen blieben.

Doch wie kamen die ersten Menschen in den Süden? Aus dieser Zeit kennen wir kaum Quellen. Mündliche Überlieferungen und alte Gründungsmythen des Sultanats geben einen groben Einblick und helfen dabei, den Schleier der Zeit zur Seite zu ziehen, um einen Blick auf die vergessenen Geschwister der Kinder Tyrs zu werfen. Doch sollte man sich nicht täuschen lassen: All diese Legenden und Sagen sind so alt und wurden so dürftig festgehalten, dass wohl mehr davon Spekulation ist, als historische Begebenheit.

Als vor langer Zeit die Dämmerung des Zeitalters der Menschen gekommen war, und Thoradin die Stämme Lordaerons gegen das Reich der Amani vereinte, wusste schon niemand mehr davon, dass man ein Volk von Geschwistern hatte. Längst vergessen waren jene Stämme, die auf der Suche nach besseren Jagdgründen oder auf dem Rückzug vor den Trollen in den Süden gewandert waren, lange bevor die Welt zerbrochen und das Reich der Elfen gefallen war. Zu dieser Zeit waren die Gurubashi unangefochtene Herrscher über den Süden, und die Gurubashi waren es auch, die die ersten menschlichen Neuankömmlinge im Süden in Empfang nahmen - Nicht jedoch auf die gastlichste Art und Weise. Diese Menschen nämlich wurden von den Trollen versklavt und in die Zwangsarbeit gepresst, schufteten in riesigen Steinbrüchen und errichteten die gewaltigen Monumente, die heute in ihrem Zerfall noch von der damaligen Überlegenheit der einstigen Herren Zeugnis ablegen.

Als jedoch die Trollreiche ihrem Ende entgegen gingen, und das Reich der Nachtelfen begann zu erblühen, übten die Menschen die Revolte. Angeführt von einem mächtigen Zauberer oder Priester, genau vermag man dies heute nicht mehr zu sagen, verjagten sie die Trolle aus einer Stadt, in der sie gerade zum Bau eines Palasts eingesetzt wurden. Jahrhunderte des Kriegs würden folgen, bis ein Beben die Dschungel des Südens erschütterte, von dem die Welt sich nie mehr erholen würde. Ein Beben, das aus dem Festland ein Archipel von vielen hundert großen und kleinen Insel machen würde - Die heutige Südsee von Tel Abim.

Doch genug Geschichtsstunde, wer nun sind die Abimesen? Es sind also Menschen. Doch wie sehen sie aus? Passend zum farbenfrohen Gemüt und zur ausgelassenen Art er Abimesen kann man dazu eigentlich keine einheitliche Aussage treffen. Die Jahrtausende Leben im Süden haben zwar ihre Spüren hinterlassen, so tendieren sie zu dunkler Haut und dunklen Haaren, doch die langen Jahrhunderte, in denen immer wieder andere Angehörige anderer Menschenvölker hier einwanderten, haben ihre Spuren hinterlassen. Zwei Schritt große, ebenholzschwarze Hünen mit drahtig-krausen, blonden Haaren und blauen Augen findet man hier ebenso wie auffällig kleine Leute mit lockigen Mähnen oder dickliche Rotschöpfe, denen partout kein Bart wachsen will. Im Durchschnitt neigt der Abimese eher zu schwarzem Haar und einer dunkleren Haut als sein lordaeronischer Bruder, dazu zu einer weitaus geringer ausgeprägten Körperbehaarung unterhalb des Kopfes, wobei die Männer durchaus stattliche Bärte tragen können. Auffällig ist auch, dass die Abimesen offenbar weit weniger hitzeempfindlich sind als die Menschen der östlichen Königreiche, und ferner gegen das Sumpffieber, auch Malaria genannt, immun sind.

So sehen sie also aus, doch wie ticken die Uhren im Süden? Nun, für manchen “Nordländer” ist die Persönlichkeit des Abimesen zur Karikatur verkommen: Arrogant, gnadenlos, zynisch, raffiniert, geldgierig und vergnügungssüchtig. Dies sind jedoch Zuschreibungen, die, wenngleich nicht vollkommen unpassend, wohl eher einer Beschreibung durch konkurrierende Händler entstammen mag. Wer es ihnen gut auslegen möchte, könnte genauso gut das Folgende über die Abimesen sagen: Sie sind extrem anpassungsfähig, fröhlich, schöngeistig und einfallsreich, unterhaltsame Gesprächspartner und tüchtige Kaufleute. All diese Eigenschaften, ob nun negativ oder positiv, helfen ihnen beim alltäglichen Überlebenskampf. Denn der Dschungel beginnt nicht etwa jenseits der Stadtmauern, sondern bereits vor der Haustür, nur dass die Tiger, die hier das unvorsichtige Wild reißen, Seidenturbane tragen. Doch liegt gerade in dieser Kreativität, wenn es um das tägliche Überleben geht, wohl die größte Stärke der Kinder des Südens. Die Gegensätze ihrer Kultur, die auf den ersten Blick trennend wirken, bittere Armut und dekadenter Reichtum, die Abkunft ihres Volkes von einstigen Sklaven und die Praxis, selber Sklaven zu halten, all dies jedoch vereint sie, denn eines gilt im Sultanat wie sonst nirgendwo: Hilf Dir selbst, und Dir wird geholfen. Hier ist es noch möglich, vom Plantagenarbeiter zum Aristokraten aufzusteigen, vom Gewürze schaufelnden Tagelöhner zum schwerreichen Pfeffersack. Und gerade darauf begründet sich das Selbstbewusstsein der Abimesen, das Gefühl auch in der größten Not doch noch Herr des eigenen Schicksals zu sein. Das, was sie alle zusammenschweißt, ist das Wissen darüber einer Hochkultur anzugehören, die ganz gewiss zu Großem bestimmt ist, ohne dabei jedoch auf Könige oder Götter angewiesen zu sein. Die Tatsache, dass auch im weitvernetzten Tel Abim der Horizont des gemeinen Bürgers nicht weiter als einhundert Seemeilen über die Stadtgrenzen hinausführt, trägt ihren Teil dazu bei.

Geeint in Vielfalt - Die Völker des Sultanats

Wie eingangs beschrieben trifft man im Sultanat zunächst einmal auf Menschen. Sie stellen etwa ein Drittel der gesamten Bevölkerung aller Städte, doch sind sie damit nicht die einzige dominierende Volksgruppe. In Gründungsjahren ihre Feinde leben sie nun mit den Trollen Seite an Seite. Etwa fünfhundert Jahre nach der Freiheit der Menschen und Gründung von Tel Abim schloss man, kriegsmüde und offen für Kompromisse, Frieden. Die Trolle genießen im Sultanat eine Sonderstellung: Zwar sind sie Untertanen des Sultans, jedoch lässt man sie weitgehend in Ruhe. Sie bewohnen eigene Stadtviertel, verehren nach wie vor ihre Loa, sprechen Zandali und haben nur den Beamten des Hofs Rechenschaft abzulegen. Die überwältigende Mehrheit der Trolle im Sultanat sind Dschungeltrolle und Nachfahren jener Trolle, die einst als Teil des Gurubashi-Imperiums an der Versklavung der Menschen beteiligt waren. Der Stamm, dem sie sich zugehörig fühlen, heißt Tel Abim, und sie akzeptieren den Sultan zwar nicht als ihren Häuptling, allerdings als ihren Beschützer, dem sie einst Treue geschworen haben. Sie bilden damit eine Parallelgesellschaft im Sultanat und bleiben meistens unter sich, wobei jedoch Ausnahmen auch hier eher die Regel sind. Auch in den meisten nicht-trollischen Vierteln finden sich Trolle, leben hier Seite an Seite mit den Menschen, sprechen Gemeinsprache (und manchmal nicht einmal mehr zuhause Zandali), halten Sklaven und verdienen ihren Unterhalt als Handwerker oder Dienstleister. Auch dienen viele Trolle bei der abimesischen Marine oder verdingen sich als Kundschafter auf unerforschten Inseln, und ein nicht kleiner Anteil der Sklaven im Sultanat ist trollischer Herkunft. Das Verhältnis zwischen Trollen und Menschen im Sultanat ist entspannt - Die Zeit der Sklaverei der Menschen ist lange vorbei, und sich darüber zu grämen würde manche Tür verschließen. Nur besonders konservative Einzelpersonen hegen rassistische Gedanken gegen die “Langnasen” oder “Haarhäute”, wie der Volksmund Trolle nennt. Solange sie mehrheitlich für sich bleiben und aus der Notwendigkeit heraus bestimmte Dinge einfach nicht selber herstellen zu können mit den anderen Bewohnern des Sultanats Handel treiben (denn diese ‘Abschottung’, die die Trolle betreiben, fördert ihre Innovation und allgemeine Warenvielfalt nicht unbedingt) , werden sie akzeptiert, Trolle, die in den gemischten Vierteln leben haben nicht selten Freunde in anderen Völkern und sind Teil des bunten Völkergemischs in den Gassen.

Die drittgrößte Volksgruppe stellen die Goblins. Sie kamen als abgesandte der Kartelle, als Händler oder um nach einem geplatzten Handel unterzutauchen und sie blieben. Böse Zungen könnten meinen, der Geschäftssinn der Goblins habe auf die Abimesen abgefärbt, andere meinen, dass gerade aufgrund der beidseitigen Zuneigung zu großen Vermögen den grünhäutigen Langohren die Integration in das Sultanat leicht gefallen ist - Anfangs vielleicht zu leicht. Denn nachdem die Goblins drohten, reiche Aristokratenfamilien finanziell zu überholen setzte dem der Sultan einen Riegel vor. Seither dürfen Goblins keine Plantagen mehr besitzen und man steht ihnen mit Skepsis und Misstrauen gegenüber, zumindest in der Oberschicht. Doch die grünen Geldvermehrer fanden neue Nischen. Sie fungieren in den Armenvierteln der Städte als Verleiher von kleinen Geldbeträgen, bieten als Bankiers den Geschäftsleuten ihrer Viertel an, ihr Geld zu verwalten oder treten als Miethaie in den verwahrlosten Slums auf. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und der der Goblins führt nun einmal ins Finanzwesen. Nach den Goblins wird die Verteilung der verschiedenen Völker im Sultanat recht gleichmäßig. Nach dem zweiten Krieg wurden viele Orcs als Sklaven nach Tel Abim geschafft, und auch, wenn die Mehrheit von ihnen heute wieder frei und in Orgrimmar ist, sind manche doch geblieben, aus den verschiedensten Gründen. Auch Zwerge findet man hier, vor allem Dunkeleisenzwerge, und sogar einige Gnome oder Tauren.

Gemeinsam haben diese Abimesen genau eines: Sie alle betrachten sich als ebensolche. Rassismus gibt es im Sultanat zwar durchaus, allerdings richtet man ihn lieber nach außen, oben oder unten, als nach innen. So sind am Unrecht der Welt die faulen Sklaven, die verkommenen Aristokraten oder die primitiven Barbaren in Sturmwind schuld, nicht aber die sechsköpfige Goblinfamilie von nebenan nur, weil sie aus Goblins besteht.

Pulsierendes Leben - Die Städte

Zentrum abimesischer Lebensweise und Kultur sind die großen Städte, von denen es mehrere gibt, bei denen es sich jedoch ausschließlich um Tochterkolonien der Mutterstadt Tel Abim handelt. So mag es Neuankömmlinge verwundern, dass eine Stadt im Sultanat der anderen gleich wie ein Ei ist, dies jedoch liegt daran, dass Kolonien nach einem konkreten Schema angelegt werden, welches im Laufe der Zeit planvoll erweitert wird. Ein Schachbrettmuster aus Straßen, ein zentraler Marktplatz mit Verwaltungsgebäuden und ein großer Hafen sind klassische Merkmale dieses Vorgehens.

In den Städten leben die Menschen vom Handwerk oder als Dienstleister, wobei der Anteil Letzterer für Verhältnisse auf Azeroth erstaunlich hoch ist. Überall, auch fernab der Märkte, vor nahezu jedem Haus, findet sich ein Marktstand, an dem Waren lautstark feilgeboten werden, Garküchen bereiten auf offener Straße Lebensmittel zu und zwischen all diesem Trubel versuchen mit südländischen Kostbarkeiten beladene, von außerhalb kommende Ochsengespanne ihre Waren durch das Gewühl von Personen zu manövrieren, was nicht immer ein leichtes Unterfangen ist.

Das Leben der meisten Abimesen findet in den engen Wohnvierteln statt. Da der Bauplatz in Städten, die in den Dschungel hineinwachsen müssen, begrenzt ist, wachsen Häuser eher in die Höhe, statt das Wohngebiet nach außen zu erweitern. Die Konsequenz daraus sind kleine Wohnungen, in denen es meist keine Küche und kein Bad gibt. Diese Räume teilen sich die bis zu fünfzig Bewohner eines einzelnen Hauses. Im Innenhof hält man sich ein paar Hühner oder Schweine, manchmal entdeckt man hier sogar kleine Gärten, in denen ihre Besitzer mit Süßkartoffeln und der allgegenwärtigen Kochbanane ihre Ernährung aufbessern.

Gearbeitet wird in den Betrieben, die die Stadt zu bieten hat, doch Handwerker sind rar gesät im Sultanat - Es ist einfacher, Waren des täglichen Gebrauchs wie Töpfe oder Besteckmesser einfach zu importieren, wenn man im Tausch Zucker, Zimt und Orangen zu bieten hat. So hat es sich viel mehr durchgesetzt, seine eigene Nische als Dienstleister zu finden. Verglichen mit anderen Regionen Azeroths sind die Städte des Sultanats ausgesprochen wohlhabend, und so findet man hier statt Hufschmiedin, Stellmacher und Drechslerin eher Barbier, Teeköchin und Schreiber.

Paläste und Plantagen - Die Herrschaft im Sultanat

Wer annimmt, dass das Sultanat vom Sultan regiert wird und damit das ganze Thema auch schon beendet ist, der macht sich bei der Aristokratie unglaublich beliebt, ist aber ein kurzsichtiger Narr. Der Sultan ist König der Könige, Herr der Herren, großer Löwe von Tel Abim und so weiter und so fort, aber in Wirklichkeit ist er eine Marionette. Zu einem Leben im goldenen Käfig verdammt lebt er zwischen Mätressen und Leibwächtern in einem Palast mit allem Prunk und aller Pracht, die man sie vorstellen könnte. Die wahre Macht im Sultanat liegt bei den “Amiren”, den Aristokraten, deren soziale Stellung sich von ihrem unermesslichen Reichtum ableitet, den sie ihren Plantagen und Handelsflotten verdanken. Damit ist das Sultanat nur formal eine Monarchie, tatsächlich ist es eine Plutokratie, in der Vermögen über Macht entscheidet. Kennzeichnend dafür ist die Tatsache, dass es keine Staatskasse gibt, sondern Geld für öffentliche Bauten oder Kriegsschiffe gegen die Piraten von den Amiren zur Verfügung gestellt wird, in der Hoffnung, dass die Einsätze genug Rendite abwerfen oder das einfache Volk aus Dankbarkeit die eigene Familie unterstützt.

Generell spielt Geld eine erhebliche Rolle im Sultanat. Wer welches braucht, der kann es sich ohne größere Probleme leihen, wird damit aber zum Klienten seines Geldgebers, der im Gegenzug neben der Rückzahlung auch Gefallen einfordern kann. Gefallen wie zum Beispiel die Unterstützung beim Anstreben eines öffentlichen Amtes. Hier wird man nämlich für Verdienste ernannt, und wenn man genug Fürsprecher vorweisen kann, dann kann man auch damit rechnen, dass man eines Tages zum Hafenmeister oder Wareninspekteur ernannt wird - Eine Position, in der man natürlich noch mehr Gefallen anhäufen kann. Auch in diesen Ämtern gilt, dass es keine öffentlichen Geldmittel gibt. Den Ausbau von Kanälen oder Marktplätzen finanziert der Amtsinhaber aus eigener Tasche, und so kommt es, dass Geltungsdrang und Knauserigkeit mitunter eigentümliche Blüten treiben, wenn es um die Pflege der Infrastruktur gilt.

Sultanskult und Lichtglaube - Religion im Sultanat

Der Sultan von Tel Abim gilt als direkter Nachkomme eines Gottes und wird entsprechend verehrt. Seinen Namen kennt tatsächlich kaum ein Abimese, und hat ihn auch noch nie gesehen. Aber das macht nichts. Er gilt als entrücktes, unsagbar machtvolles Wesen, stiftet den Abimesen Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Entität, die über den Machtkämpfen der Amire steht, die auch im täglichen Leben ein offenes Ohr für die Gebete des Einzelnen hat. Überall finden sich kleine Schreine, an denen Kästchen angebracht sind, in die die Gläubigen Briefchen stecken können, die von ihren Bitten und Sorgen künden und dem Sultan angeblich regelmäßig vorgelegt werden - Tatsächlich gibt es im Palast Personal dafür sie zu lesen und anschließend den Amiren die Sorgen und Nöte des einfachen Volkes mitzuteilen, damit diese agieren können. Und wenn dann tatsächlich etwas geschieht, so sieht der einfache Dattelverkäufer, dass seine Bitte an den Sultan etwas gebracht hat.

Jedoch würde kein Abimese soweit gehen, mit seiner Verehrung für den Sultan fanatisch zu missionieren. Der Sultan ist der Schutzpatron der Abimesen - Und nur der Abimesen. Er hat ihr Volk aus der Sklaverei geführt und aus ihrer Stadt das größte und beste Reich dieser Welt gemacht. Doch schließt das keinesfalls die Verehrung anderer Mächte aus. So predigen in Tel Abim Diener des Lichts, der Ahnen oder anderer Entitäten völlig ungehindert, und mancher Abimese, der morgens noch eine Bitte an den Sultan an einem Schrein in ein Kästchen geschoben hat, geht Abends zur Messe in eine Lichtkirche. Auch würde er nicht sagen, dass der Sultan über dem Licht steht. Er ist ein entrücktes Wesen, Kulturheros und im wahrsten Sinne Glücksbringer gleichermaßen, das Licht dagegen ist eine Kraft von unsagbarer Mächtigkeit, die Verletzungen zu heilen vermag. Und doch halten die Abimesen an ihrem Sultanskult fest, was die Amire tatkräftig durch öffentlich zur Schau gestellte Sultansfrömmigkeit unterstützen. Immerhin profitieren alle Seiten davon, nur vielleicht der Sultan selber nicht.

Die andere Seite der Medaille - Sklaverei in Tel Abim

Etwa ein Fünftel der Bevölkerung von Tel Abim sind Sklaven. Die Sklaverei ist alt im Sultanat. Die ersten Sklavenhalter waren vermutlich die Nachfahren jener bettelarmen Kolonisten, die jenseits der Stadtmauern den Dschungel rodeten und dort begannen, zuerst Feldfrüchte anzubauen. Im Laufe der Zeit wuchs der Reichtum dieser Leute, waren sie doch Alleinversorger ihrer Stadt. Mit ihrem Wohlstand wuchsen die Bauernhöfe und begannen damit, kleinere Satellitenhöfe zu begründen. Diese waren zumeist dort gelegen, wo das Land nicht so fruchtbar war oder andere Faktoren die Landwirtschaft hemmten. Eine Folge daraus war, dass die neu ankommenden Kolonisten aus der Stadt nicht mit den alteingesessenen Familien konkurrieren konnten und schnell in Schulden gerieten, aus denen es nur den Ausweg gab, die eigenen Kinder oder gar sich selbst zu verkaufen - So musste man nicht hungern und war schuldenfrei. Als dann die Plantagen ihren Anbau von Feldfrüchten, bei denen es nun günstiger war, sie aus neuen Koloniestädten zu importieren, auf Gewürze oder Luxuspflanzen wie Tabak oder Mohn verlegten, begann ein gewaltiger Boom. Mittellose und hoch verschuldete Städter wurden mit Knebelkrediten aufs Land gelockt und so zu Schuldsklaven, manche Schuldner ‘verkauften’ gar unauslösbare Kreditverträge an die Plantagenbesitzer. Zu diesen Unglücklichen kamen Kriegsgefangene Trolle und Piraten. So entstand die abimesische Sklaverei.

Allerdings vermag man hier kaum, aufgrund der Vielfalt von Einzelschicksalen, vom “Sklaven” an sich zu sprechen. Zu unterschiedlich sind die verschiedenen Ausprägungen dieser im Sultanat uralten und vollkommen legalen Praxis, zu unterschiedlich die Fertigkeiten und Ansichten der einzelnen Individuen. Die Mehrheit der Sklaven im Sultanat wurde bereits in die Sklaverei hineingeboren. Viele von ihnen haben sich damit abgefunden oder sind sich aber bewusst, dass ein Sklave einen erheblichen Wert an Besitz darstellt. So verhungert wohl eher ein freier Bettler als ein versklavter Plantagenarbeiter, von denen der unermesslich reichen Händleraristokratie einmal ganz zu schweigen. In jenen ‘guten’ Häusern dienen Sklaven meist im Haus und sind stark spezialisiert, ob nun als einfache Bedienstete, Friseure, Kindererzieher oder sogar Leibärzte und -wächter. Dabei ergibt sich nicht selten ein beinahe freundschaftliches Band zur Herrin oder zum Herren, sodass diese Sklaven im Alter, nicht selten auch durch das Testament ihres Besitzers, bisweilen freigelassen werden und selbst danach noch für Generationen treu der Familie der ehemaligen Herrschaft dienen. Daneben gibt es dann noch Neusklaven oder Wildfänge, bei Letzteren es sich heutzutage nicht mehr um Trolle, sondern nur noch um gefangene Piraten handelt. Sie werden heute zumeist auf Plantagen, in Minen, am Ruder oder beim Bau eingesetzt.

Sklaven sind zumeist Menschen und Trolle, die ja gleichzeitig auch die beiden größten Bevölkerungsgruppen im Sultanat stellen. Aber auch andere Völker finden sich, bis vor einiger Zeit so zum Beispiel Orcs, die nach dem zweiten Krieg von den Goblins massenhaft ins Sultanat geschmuggelt worden sind. Allerdings änderte sich dies als in Kalimdor die neue Horde erstarkte, und als Sultanat, um nicht potenzielle Handelspartner abzuschrecken, als Zeichen des guten Willens mehrere hundert Orcs in die Freiheit entließ. Heute sind die Grünhäute vor allem als Rudersklaven oder Sänftenträger beliebt, gelten jedoch als Rarität. Ähnliches gilt für Goblins, die es wohl ihrem Geschäftssinn zu verdanken haben, selten in die Schuldsklaverei eines Menschen oder Trolls zu geraten und denen zudem der schlechte Ruf anhaftet furchtbar illoyale Sklaven zu sein. Ein gut ausgebildeter, höriger Goblinsklave mit einer entsprechenden Ausbildung zum Verwalter oder Kontoristen jedoch wird hoch gehandelt. Zwergische Sklaven sind wegen ihrer Langlebigkeit, Robustheit und hohen Körperkraft begehrt und teuer gehandelt, ähnlich verhält es sich mit Tauren. Andere Völker dagegen findet man nur in den seltensten Fällen in der Position eines Sklaven.

Der Preis eines Sklaven entspricht im Mittel etwa dem Lohn eines Arbeiters in vergleichbarer Position für drei Jahre, so bezahlt man für einen menschlichen, ungelernten Sklaven etwa einhundertfünfzig Silberstücke, während ausgebildete Arbeiter teilweise je nach Profession das Zehnfache kosten können und es für qualifiziertes Fachpersonal eigentlich keine Obergrenze gibt.

Die einfachen Sklaven, etwa Ruderer, Plantagen- oder Minenarbeiter werden zur Erkennung meistens mit dem Zeichen ihres Besitzers an einer Stelle gebrandmarkt, an der sie es nicht verbergen können, zum Beispiel auf der Stirn, den Händen oder am Oberarm. Besonders wertvolle oder einfach nur gutaussehende Sklaven teilen dieses Schicksal in den seltensten Fällen. Mit dem schwer abwaschbaren Pigment des Indigo-Strauchs wird ihnen dann das Zeichen ihrer Herrschaft auf Hände, Wangen oder Schläfen gemalt, oft umschlungen von anderen, dekorativen Mustern. Wenn ein Sklave versucht zu fliehen und nach seinem Fluchtversuch begnadigt wird, so trägt er von diesem Zeitpunkt an meistens einen eisernen Ring um den Hals. Freigelassene Sklaven tragen im linken Ohrläppchen einen Ohrring mit einer Perle daran, um sie als solche zu kennzeichnen.

Obwohl die Sklaven also gekennzeichnet sind und von jedem als Solche erkannt werden können, gibt es kaum einen von ihnen, der nicht gelegentlich an die Flucht denkt. Die Gründe dafür sind vielfältig - Mal liegt es daran, dass eine geliebte Person oder ein Familienmitglied verkauft wurde, mal an der grausamen Behandlung durch den Besitzer oder sexuelle Ausbeutung. Es kursieren Gerüchte unter den Sklaven, im Dschungel nahezu jeder Insel gibt es angeblich eine Stadt von entlaufenen Sklaven, doch nahezu jeder kennt die Insel Libertia, auf der es den Legenden zu Folge den Sklaven in einer Revolte gelungen ist, eine ganze Stadt des Sultanats zu erobern und durch Magie in einem undurchdringlichen Nebel zu verstecken. Wer hier ankommt, den lassen die gastfreundlichen Bewohner sofort ein, sofern er kein Sklavenhalter ist. Ob Libertia jedoch existiert ist ungewiss, und manches deutet darauf hin, dass es sich bei dem im Nebel liegenden Eiland tatsächlich um den Kontinent Pandaria handeln könnte. Immer wieder also wagt ein Sklave die Flucht. Dann kommen die “Bluthunde” ins Spiel, professionelle Kopfgeldjäger, die sich darauf spezialisiert haben, Sklaven wieder einzufangen und gefügig zu machen. Für die Entlaufenen gibt es dabei keine Gnade. Traditionell setzen ihre Herren eine Prämie in Höhe des halben Kaufwerts auf sie aus. Bleibt der Sklave länger als eine Woche auf freiem Fuß, so wird die Prämie verdoppelt. Nach einer weiteren Woche erneut, und so weiter. Hier geht es nicht darum, Gewinn zu erzielen, sondern ums Prinzip. Denn einmal eine hohe Summe dafür zu bezahlen, seinen Sklaven fangen zu lassen und massenwirksam vor der versammelten Plantage zu bestrafen - Meistens mit dem Tod - erfüllt durchaus einen Zweck, denn so werden Massenfluchten oder gar Aufstände meist im Keim erstickt. Diese Todesurteile sind harsch und werden mit voller Härte vollstreckt, zumeist richtet man die Unglücklichen hin, indem man sie an eine in den Boden gerammte, T-förmige Konstruktion fesselt und dann vor den Augen aller verhungern lässt.

Diese Praxis ist im Sultanat leider vollkommen legal. Denn zwar steht es Sklaven gesetzlich zu, ihre Herrschaft wegen übermäßiger Grausamkeit zu verklagen und dabei möglicherweise die eigene Freiheit zu gewinnen, doch sehen zum Einen die Richter bei entlaufenen Sklaven oft weg, und zum anderen haben viele Sklaven weder die Möglichkeit ihr Recht einzufordern, noch wissen sie auf den Plantagen meist nicht einmal davon, dass sie dieses Recht haben. So sind die recht liberalen Sklavereigesetze des Sultanats, nach denen man beispielsweise Mütter und Kinder nicht durch Verkauf trennen darf, Kinder mit Sklaven zu adoptieren hat oder beim Verkauf von Kindern empfindlichst bestraft wird, wie so viele Systeme in der Welt, anfällig für Korruption und Vetternwirtschaft. Zu den Sklavereigesetzen im Sultanat sei zum Schluss noch vermerkt, dass es absolut verboten ist, magiekundige Sklaven zu besitzen, zu verkaufen oder Sklaven Magie beizubringen. Aus gutem Grund, will man meinen.

Der bunte Süden - Was der Abimese trägt

Die Mode von Tel Abim ist geprägt durch das weiche Fließen der Seide. Allerdings kostet schon ein einfacher Sari aus Seidentuch gut und gerne zwei Goldstücke, etwa das Monatseinkommen eines mittelständischen Freien im Sultanat, sodass diese verrucht-luxuriösen Gewänder, die so sehr das Bild eines sündigen Südens in den Köpfen der Bewohner beider Kontinente prägen, dennoch den Reichen vorbehalten sind.

Der Wohlhabenden Kleidung lebt vom Kontrast weicher Seide und edlen Leders. Weite Hemden sind typisch, mit aufbauschenden Ärmeln und die offenliegende Brust frei betonend, dazu enge Hosen und prunkvolle Schärpen, enge Schaftstiefel aus teurem Leder (besonders Krokodil, Schlange oder Dinosaurier sind hier beliebt und begehrt). Und natürlich darf niemals ein Turban fehlen, der meist in den Farben des Hauses eingefärbt ist und durch eine reich verzierte Nadel aus Edelmetallen gehalten wird, an der Federn oder Edelsteine angebracht werden können. Gleich welchem Stand sie angehören hüllen Frauen ihre Körper meist in das klassische Gewand Tel Abims, den Sari, ein Kleid, das jedoch ähnlich wie eine Toga um den Körper geschlungen werden muss und reichlich Platz für raffinierte Stickereien und breite Zierborten aus Brokat bietet. Was man dagegen nur ausgesprochen selten entdeckt sind Korsettsagen oder Hüftröcke, im Sultanat bevorzugt man es, wenn die Kleidung zwar durchaus eng anliegt, allerdings verweigert man es, sich in irgendetwas hineinzuzwängen - Ein Gedanke, der wohl schlicht der Witterung geschuldet ist, bedenkt man, dass einem auch schon ohne Korsett das Atmen während der Regenzeit schwer fallen kann. So werden die mehr oder minder den Schönheitsidealen gefälligen Körper meist eher durch sanft Kurven umschmeichelnden Fall des Gewands betont und zur Schau gestellt, als durch Schnürungen oder unter dem Stoff getragene Gestelle. Wer nicht genug Geld für derart feine Gewänder hat, der begnügt sich mit Tuniken aus Baumwolle oder Mischgeweben, wobei in jüngster Zeit viel Leinentuch aus Sturmwind importiert wird. Diese Tücher werden dann in Anlehnung an die begehrte Seide (und in Anrechnung der feuchten Hitze) hauchdünn gewoben und weit fließend verarbeitet. Den Ärmsten dagegen bleibt meist nur die Lumpentunika. Auch Frauen der untersten Schichten tragen farbenfrohe Saris, die sich meist nur in ihrem Material von teureren Gewändern unterscheiden und oft nicht viel weniger farbenfroh sind. Bei Personen, die viel außerhalb des Schattens arbeiten müssen, ist ein Strohhut, der denen von Pandaria erschreckend ähnlich sieht, sehr beliebt. Ansonsten trägt man auch häufig Stirnbänder oder einfache Turbane.

Wenn es um die Bewaffnung der Abimesen geht, so sind sie vor allem für ihre exzellenten, gekrümmten Klingen berühmt. Der Krummsäbel ist die bevorzugte Waffe vieler Krieger und wird meist ohne Scheide durch die Schärpe gesteckt getragen. Sowohl zu Fuß, wie auch vom Rücken eines Pferdes aus eingesetzt. Auch zweihändige Krummsäbel gibt es, diese Waffen sind dagegen jedoch vor allem bei Leibwächtern oder Henkern beliebt und dienen mithin auch zur Einschüchterung. Nicht selten werden diese Waffen meist noch durch zusätzliche Verzierungen wie Gravuren oder eingesetzte Edelsteine geschmückt. Wer im Sultanat etwas auf sich hält, der trägt in der Schärpe um die Hüfte den Krummdolch in einer Scheide, der jedoch primär ein Repräsentationsgegenstand ist, für einfache Leute jedoch stellt er oft die einzige Bewaffnung dar. Die Unterschicht bewaffnet sich meistens mit allem, was sich in Reichweite findet. Hippen, Fischspeere und Knüppel wurden schon von so manchem Mob geführt. Doch besondere Erwähnung hier verdient natürlich die Machete, eine Waffe, die sich als unverzichtbares Werkzeug auf fast jeder Plantage findet und deren Aufbewahrungsorte streng bewacht werden - Zu groß die Gefahr, dass die Sklaven mit dieser Waffe in ihren Händen einen Aufstand beginnen. Doch auch die Abenteurer Tel Abims, die ausziehen, den Dschungel zu erkunden, verstehen es, sie zu mehr zu verwenden, als nur um Unterholz aus dem Weg zu hacken.

Dagegen führt das Kriegsvolk von Tel Abim andere Waffen, die meistens eher auf einfache Handhabung und größtmöglichen Schaden getrimmt sind. Hier wären Morgensterne und Kriegskeulen aller Art zu nennen, genau so, wie Äxte oder Speere, die meistens in Kombination mit einem relativ kleinen Rundschild geführt werden. Im Fernkampf setzen die Abimesen auf Bögen, die trotz ihrer geringen Größe eine beachtliche Reichweite und Durchschlagskraft haben. Grund dafür ist ihre Machart, denn sie bestehen nicht etwa aus einem durchgehenden Stück Holz, sondern aus mehreren verschiedenen Holzarten, die jeweils ihren Eigenschaften entsprechend zusammen mit Horn und Sehnen vom Rind verleimt werden. Diese Kompositbögen werden anschließend lackiert, um sie wasserbeständig zu machen, würden sie doch ansonsten beim nächsten tropischen Regenguss in ihre Einzelteile zerfallen. Seit etwa dreißig Jahren werden jedoch auch im Sultanat Schusswaffen verwendet. Aufgrund der Tatsache, dass alle Waffen, die nicht Radschloss, Luntenschloss oder Steinschloss haben, im Sultanat verboten sind und nur mit der Erlaubnis des Sultans geführt werden dürfen, sind hier Musketen und Büchsen noch weit verbreitet. Besonders die schweren “Be’hamot-Gewehre”, großkalibrige Schusswaffen, die vom Rücken eines Kriegsbe’hamots abgefeuert werden und mit Geschirren an diesen angebracht sind, werden gefürchtet.

“Ein wohlhabender Recke aus dem Süden sieht ungefähr wie folgt aus: Auf dem Kopf trägt er einen spitz zulaufenden Helm, oft von einem Busch aus Papageienfedern oder mehreren, bunt gefärbten Rossschweifen gekrönt, mit Nasenschutz, Ohrenklappen und einem eisernen Netz als Nackenschutz. Der Körper ist geschützt von einem Kettenhemd, bei dem kleine Platten, oft mit Silber oder gar Gold beschlagen, an besonders wichtigen Stellen wie der Brust, den Ellenbogen, den Knien oder den Schienbeinen, eingewoben sind. Dieses Hemd reicht ihm bis zu den Knöcheln und reich verziert mit Sonnen, Gesichtern, Blüten und Ranken. Er trägt, durch die Seidenschärpe um seine Hüfte, die Scheide eines Krummschwerts, dessen Klinge schlank und leicht ist und dessen Griff und Knauf mit Perlen oder Edelsteinen besetzt sind. Auf der anderen Seite einen Köcher für seine Pfeile oder ein Pulverhorn aus Elfenbein, dazu eine erschreckend veraltete, aber unsagbar liebevoll verzierte Muskete oder aber einen Bogen. Der Preis einer solchen Rüstung liegt bei bald zwanzig Goldstücken und zeigt, wie der Abimes es hält: Krieg ist Freizeitbeschäftigung von Reichen und Adligen, die sich kostbare Rüstungen und Waffen leisten können. Der normale Bauer oder Bürger ist daher weit weniger wehrhaft, als er es bei uns im Lande ist.” - Reisebericht eines sturmwinder Abgesandten zum Hof des Sultans

Schwere Rüstungen sind das Privileg der Reichen, die es sich leisten können, diese zu kaufen und anfertigen zu lassen. Denn “von der Stange” trägt der Abimese gar nichts. So werden bei Kettenhemden einzelne, vergoldete Ringe eingeflochten, die in ihrer Gesamtheit ein Muster ergeben, oder aber man graviert einen Brustpanzer auf ähnliche Art und Weise, wie man anderswo eher teure Vasen verzieren würde. Volle Plattenrüstungen allerdings sind - Der Witterung wegen - wenig beliebt, einzelne Teile dagegen trägt man gern. Lederrüstungen hingegen gelten als “barbarisch” werden meist bloß von Trollen getragen, die in den Diensten des Sultanats kämpfen, oder von den einfacheren Söldnern. Stattdessen greifen die meisten Fußkämpfer, aber auch Kavalleristen auf Gambesons oder Tuchrüstungen zurück. Die klassische Tuchrüstung der Abimesen besteht aus etwa fünf Schichten dicker Baumwolle und vermag sogar Schüsse von leichten Pistolen oder fehlgeleitete Pfeile zu stoppen, wobei sich unter dieser Rüstung auch die Hitze so sehr staut, dass manche Kämpfer während einer Schlacht eher an einem Hitzschlag als an einer tödlichen Wunde zusammenbrechen.

Von Curry, Klebreis und Kochbananen - Die abimesische Küche

Die Küche von Tel Abim ist so vielseitig wie die Gesichter seiner Bewohner. Vor allem aber ist sie geprägt von dem Duft vieler aromatischer Gewürze, die anderswo fast unerschwinglich sind, hier aber bei keinem Handwerker an der Feuerstelle fehlen dürfen. Sündhaft teuer sind die Speisefolgen der Wohlhabenden, das einfache Volk dagegen ernährt sich vor allem von Reis, Mais, Hirse, Kochbananen und Süßkartoffeln. Mittags wird aufgrund der Hitze kaum etwas gegessen, das Abendmahl fällt entsprechend üppiger aus - Sofern man es sich leisten kann.

Berühmt für ihren Zutatenreichtum und die Variation der verschiedenen Gewürze, sei vorneweg erst einmal eines gesagt: Eine Gewürzmischung nennt man hier “Masala”, und mit dem Wort “Curry” im Bezug auf Gewürze kann hier niemand etwas anfangen. “Curry” ist ein Eintopf, der eigentlich Kari heißt, und der von jeder Hausfrau mit ihrem eigenen Masala abgeschmeckt wird.

Basis jedes Gerichts stellen Getreide oder Hülsenfrüchte dar, zumeist in der Form von gekochtem Reis oder “Pidda” genannten Brotfladen, oder aber als Kochlinsen, Backerbsen und Bohneneintopf. Dazu gibt es dann Gemüse, das vor allem geschmort und selten gekocht verzehrt wird. Gurken, Tomaten, Kürbisse, Zwiebeln, Senfkraut, Zucchini, Spinat und Okra sind hier wohl die beliebtesten Sorten. Beliebter jedoch als Gemüse ist Obst. Oliven, Äpfel, Trauben, Pflaumen und Melonen kennt man ja auch anderswo, doch auch die Exoten: Orangen, Datteln, Feigen, Zitronen, Mangos, Papayas oder Kokosnüsse sind hier so alltäglich auf dem Speisezettel wie es in Gilneas Porridge war. Aus der Milch von Ziegen, Schafen und Rindern macht man Käse, Quark und Joghurt, wobei besonders Letzterer mit Salz, Gurken und einigen Gewürzen verrührt als “Raita” sehr beliebt ist. Dafür ist Fleisch eine Rarität. Wer es sich leisten kann, der isst vor allem Schwein, Lamm oder Huhn, üblicherweise zu einem reichlich gewürzten Ragout verarbeitet, das dann an gebratenem Reis serviert “Pilau” genannt wird. Fisch dagegen spielt eine ausgesprochen wichtige Rolle, besonders für Sklaven und die ärmere Bevölkerung ist er meist die einzige Proteinquelle.

Letztlich zu erwähnen gilt es noch die verschiedenen Süßwaren Tel Abims. Neben Schokolade, die wohl als unraffinierteste Nascherei gelten kann, da sie ja auch jenseits der Inseln des Südens weit bekannt ist, kann man hier auch andere Leckereien entdecken. So beispielsweise Mandeln, Pistazien und Pinienkerne, die gemahlen werden und anschließend mit Zucker und Rosenwasser zu Marzipan verarbeitet werden. Ersetzt man die Mandeln durch Sesamkörner und das Rosenwasser durch Zuckersirup, so erhält man das billigere “Halva”.

Auch bei den Getränken ist die Auswahl groß: Wasser wird kaum getrunken, da es so nahe am Dschungel oft mit Krankheiten verseucht ist. Stattdessen kocht man es, mit aromatischen Blättern oder getrockneten Früchten darin, und erhält so Tee. Tee wird mit Milch und viel Zucker, oder aber mit Minze versetzt, getrunken. Aus Wasser, Trockenfrüchten und einer besonderen Hefesorte macht man ein säuerlich-bitteres Getränk namens “Qafir”, das auch über einen geringen Alkoholgehalt verfügt. Wein baut man nicht selbst an, sondern importiert ihn, am Liebsten aus Sturmwind. Wer sich das jedoch nicht leisten kann, der nimmt mit dem fast geschmacklosen Reiswein oder mit dem unsagbar süßen Palmwein Vorlieb. Bier kennt man hier fast gar nicht, und hochprozentigeren Spirituosen steht man skeptisch gegenüber.

Körperpflege im Sultanat

Aufgrund der feuchtwarmen Witterung im Sultanat schenkt man seiner persönlichen Sauberkeit große Beachtung. Mangelnde Hygiene oder eine grundsätzliche Vernachlässigung des eigenen Körpers gelten als “barbarisch” und “nordisch”. Mindestens einmal am Tag versucht sich auch ein Angehöriger der Unterschicht gründlich zu waschen, meistens vor dem Abendessen. Wenn man es sich leisten kann, geht man dazu auch in den “Hamam”, ein Badehaus, in dem man in sehr heißem Wasser badet oder sich in geschickt durch ein Rohrsystem geleiteten Dampf setzt, ehe man sich danach noch massieren lässt und anschließend erneut kurz badet. Diesen Spaß jedoch kann auch nicht bloß die Oberschicht leisten, denn in Tel Abim gibt es viele öffentliche Badehäuser, in denen der Eintritt frei ist - Ein weiterer Weg ins Herz der einfachen Leute für die Amire, die diese Häuser bauen und finanzieren.

Für den Mann ist Bartpflege sehr wichtig, denn nur ein gepflegter Bart verschafft einem Ansehen. Wilde, verflizte Bärte gelten als Tracht der Wilden aus dem Osten, wer als Mann etwas auf sich hält, der lässt sich sein Gesichtshaar regelmäßig in Form bringen, teilweise wird es dann sogar noch parfümiert und einige Amire sollen Sklaven haben, deren einzige Aufgabe es ist ihnen den Bart zu kämmen - Von Amir Bey Dschelef Machuan erzählt man sich gar, er habe zwei Sklaven dafür, einen für die linke Seite, einen für die rechte. Vollständig rasiert werden lediglich Sklaven, der freie Mann in Tel Abim trägt besonders gerne einen Schnurrbart oder einen Vollbart. Bei beiden Geschlechter ist die auch Enthaarung von Achseln und Schambereich durch spezielle (jedoch nicht ganz ungefährliche, da arsen- oder bleihaltige Salben) weit verbreitet. Weithin berühmt und berüchtigt ist die Schminkkunst der Abimesen, die nicht nur Frauen vorbehalten ist. Auch Männer umranden teilweise mit schwarzem Kajal ihre Augen oder tragen Lippenrot auf, was keinesfalls als weibisch gilt, sondern eine weitere Methode darstellt, seinen Reichtum zur Schau zu stellen. Mit Indigo oder Henna lassen sich Bilder auf die Haut zeichnen, die mehrere Wochen lang zu sehen sind. Dagegen können es sich nur die Reicheren leisten, sich die Finger- und Zehennägel mit von den Goblin importiertem Lack zu überziehen. Parfümgebrauch ist weit verbreitet, und selbst die Ärmeren greifen auf billige Fruchtparfüme zurück.

Das Ashtarra und du – Magier in der abimesischen Gesellschaft

Überall auf Azeroth gibt es Magier. Die Maharanjas und Maharans von Tel Abim unterscheiden sich jedoch in vielen Punkten vom konventionellen Magier Azeroths. Auch ihre Stellung in Tel Abims Gesellschaft findet man sonst nirgendwo auf Azeroth. Im Essenziellen gleichen sich jedoch der abimesische Maharan, die blutelfische Magistrix und der Arkanist aus Dalaran, auch wenn sie andere Worte für bekannte Aspekte finden. Mana ist bei ihnen beispielsweise mystisches „Ashtarra“, Zauber sind komplexe „Mantra“ und beschworene Elementare sind allesamt „Djinns“.

Der größte Unterschied dürfte sein, dass es in Tel Abim keine Magierzirkel, Akademien oder Universitäten gibt. Jeder werdende Maharan und jede zukünftige Maharanja werden von einem Privatlehrer in Einzelunterricht, selten in Gruppenunterricht mit mehreren Lehrlingen, ausgebildet. Dies hat ebenso zur Folge, dass die meisten abimesischen Arkanwirker identische Schulen erlernen, mit den gleichen Lehrmethoden ausgebildet werden und das gleiche Ziel verfolgen. Wenn ein Maharan oder eine Maharanja es standestechnisch und auch finanziell weit gebracht hat, ist es ein üblicher Brauch, dass sich die Arkanwirker Sklaven kaufen und diese zunächst an sich binden, ehe sie diese – sollten diese eine gewisse Intelligenz und magisches Potenzial aufweisen – zu ihren Schülern machen und ausbilden, um einerseits den Fortbestand der Magier Tel Abims zu sichern und andererseits Magier zu haben, die für den Lehrmeister arbeiten.

Maharans und Maharanjas haben eine gesonderte Stellung in der Gesellschaft, denn sie wählen meistens den Beruf eines selbstständigen magischen Handwerkers oder entschließen sich dazu, einem Schutzherrn zu dienen, da es schließlich keine Lehrzirkel gibt, in welchen sie unterrichten könnten. Die meisten Arkanisten sind daher zwischen Mittel- und Oberschicht in der Gesellschaft zu finden. Die, welche sich einen reichen Schutzherrn suchen, welcher sie bezahlt und ihnen sogar ein Heim bietet im Gegenzug für ihre Dienste, leisten diesem im Gegenzug beispielsweise Unterstützung bei der Mehrung von Macht und Ansehen des Schutzherrn, die magische Herstellung von Waren, welche ihr Schutzherr gewinnbringend verkaufen kann, oder allgemein um den dekadenten Alltag ihres Meisters zu vereinfachen.

Daher sind die Magieschulen, welche man am Häufigsten bei den Zauberern Tel Abims finden wird, die Beschwörung und die Verzauberung, andere praktizierte Schulen sind sehr selten, da sie schlicht und ergreifend keinen wirklichen Nutzen für das prunkvolle Volk Tel Abims haben.

Viele Maharans und Maharanjas Tel Abims haben eine besondere Beziehung zu Elementaren, oder Djinns, wie sie diese nennen, insbesondere zu Luftdjinns. Diese vielseitigen Elementare sind der Persönlichkeit des abimesischen Volkes auch am Ähnlichsten, da sie grundsätzlich friedlich sind, jedoch abrupt grausam und aufbrausend sein können.

Das privilegierte Leben der Maharanjas und Maharans in Tel Abim hat jedoch eine Kehrseite, wenn sie von ihrem eigentlichen Pfad als Arkanwirker abkommen und sich dem Fel hingeben. Ifirqis oder Ifirqisas, wie Hexenmeister in Tel Abim genannt werden, sind von der Gesellschaft geächtet. Sämtliche Beschwörung von Iblis oder Ifriit, dunklen Mächten und Dämonen, sind nach dem Kultischen Rechts Tel Abims verboten. Das bedeutet jedoch nicht, dass es keine Ifirqis auf Tel Abim gibt. Diese agieren jedoch im Verborgenen und unter höchsten Sicherungsvorkehrungen, um nicht aufzuliegen und gehen nur selten in die Öffentlichkeit.

Ja ich will! Eheschließung in Tel Abim

Hochzeiten im Reich Tel Abim haben nur in den seltensten Fällen etwas mit tatsächlicher, wahrer Liebe zu tun. Sie werden vielmehr von der ältesten, weiblichen Verwandten einer Familie taktisch arrangiert. Dies ist weniger zum Wohle der Braut bzw. des Bräutigams, sondern dient lediglich dazu, den eigenen Stellenwert der Familie zu erhöhen. Böse Zungen würden behaupten, dass dies mit einer der Gründe für die Offenherzigkeit der Abimesen hinsichtlich der Promiskuität oder auch der Prostitution ist – Ehen haben wirtschaftliche und politische Aspekte, aber in den wenigsten Fällen romantische oder sexuelle Aspekte.

Die Hochzeit selbst wird, dem Zweck entsprechend, im Zuge einer riesigen Feier abgehalten. Zur Vorbereitung gehören, neben den üblichen Dingen wie Lokalität, viel Essen und die Organisation von Musik und Tanz, insbesondere jene, welche die Frau betreffen. Alle weiblichen Mitglieder der Brautfamilie kommen am Tag vor der Eheschließung in den frühen Morgenstunden zusammen und bemalen die Arme und Hände der zukünftigen Ehefrau mit wunderschönen Verzierungen aus Farbe, die aus Teilen des Fahimjastrauches hergestellt wird. Diese hat von Natur aus eine bräunliche Färbung, kann jedoch auch ins Schwarze übergehen.. Je länger diese einwirkt, desto dunkler erscheint sie auf der Haut, was für die Abimesen so viel bedeutet wie: Je dunkler die Farbe, desto höher wird sich die Familie standestechnisch erheben und desto mehr Einfluss wird sie gewinnen!

Schöne Trachten und viele Blumen gehören zur Trauung der Abimesen dazu. Dies beginnt meist schon direkt vor der Haustür des zukünftigen Heims des Brautpaars. Blumen in allen nur erdenklichen Farben werden auf dem Weg verstreut und dienen als sicherer Wegweiser zur tatsächlichen Örtlichkeit der Trauung. Begleitet werden sie dabei von dutzenden Musikern, welche sich oftmals mehr über die Trauung freuen, als das Brautpaar selbst.

Getraut werden die Abimesen von einem Hadhi, einem Bediensteten der Stadt, welcher „vom Sultan höchstpersönlich!“ (jedoch eigentlich vom jeweiligen Amir der Stadt oder Siedlung) damit betraut wurde, Eheschließungen vorzunehmen. Dabei handelt er natürlich auch „Kraft des ihm/ihr vom Sultan – möge er von ewiger Gesundheit gesegnet sein – verliehenen Amtes“.

Auch in der abimesischen Kultur gilt der erste Tanz auf einer Hochzeit dem Brautpaar. Hierbei gibt es eine klassische Melodie, welche jedoch schon nach wenigen Minuten in ein komplettes musikalisches Chaos abdriftet, denn die Abimesen lieben Feiern! Zu lauter Musik wirbeln sie die ganze Nacht, bis in die frühen Morgenstunden, herum, essen und lachen viel und spielen auch das eine oder andere Spiel, wenn der Alkohol im entsprechenden Maße geflossen ist. Eines dieser Spiele wird „Fang die Banane“ genannt und ist vergleichbar mit dem Brautstrauß-Werfen der östlichen Königreiche.

Die Braut bekommt einen Strunk Bananen in die Hand gedrückt, welche sie – mit dem Rücken zu den ledigen fangbereiten Damen – einzeln nach hinten wirft. Jede gefangene (und nicht zerdrückte) Banane zeigt an, wie viele gute, ehrliche und intelligente Kinder eine Dame während ihrer Ehe empfangen wird. Sollte die Banane beim Fangen zerdrückt werden, spricht dies auch für ein Kind, jedoch eher für ein etwas minderbemitteltes Kind ohne Fähigkeiten oder Talente.

Sprache

Im Sultanat wird Gemeinsprache gesprochen. Allerdings haben sich über die Jahrtausende der Vermischung mit anderen Völkern viele Lehnwörter in ihre Sprache geschlichen, deren Ursprung heute kaum noch auszumachen ist. Hier eine kleine Übersicht über einige abimesische Wörter:

Im Speisezimmer:

  • Halva - Masse aus Sesamkörnern und Zuckersirup, beliebte und günstige Süßspeise
  • Kari - Würziger Eintopf, oft fälschlich "Curry" genannt
  • Masala - Eine Gewürzmischung generell
  • Pidda - Fladenbrot
  • Qafir - säuerliches Erfrischungsgetränk aus Wasser, Zucker und Hefe, enthält wenig Alkohol
  • Raita - Joghurt mit Salz, Gurken und Gewürzen darin

Unter Zauberern:

  • Ashtarra - “Sternenkraft” (= Mana)
  • Djinn - sämtliche Elementare
  • Iblis - Klassifikation unaussprechlich böser Entitäten (Arthas, Sargeras, etc.)
  • Ifriit - sämtliche Dämonen
  • Ifirqis/Ifirqisa - Hexenmeister
  • Maharan/Maharanja - Arkanwirker (= Magier), wörtlich: Großer Herrscher
  • Mantra - gesprochene Zauberformel
  • Mudra - magische Geste

Bei Hofe:

  • Amir/Amira - Fürst, Titel eines Mitglieds der Aristokratie
  • Baal - Herr, Gott, Gebieter (Anrede für den Sultan)
  • Bey/Beysa - Ehrentitel eines Mitglieds der Aristokratie (etwa "Sir")

Sonstiges:

  • Denar - Bezeichnung für eine Silbermünze
  • Dhabla - kleine Trommel
  • Habibi - Weggefährte, Freund
  • Kabas - Flöte
  • Hamam - Ein typisches Badehaus mit heißem Wasser, Dampfbad und Massagen

Wichtige Orte

  • Tel Abim - Hauptstadt und Hauptinsel
  • Tel Serakh - Eine weitere Stadt im Sultanat
  • Tel Avadi - (noch) unbedeutende Kolonie

Zur Darstellung

Herzlichen Glückwunsch, ihr habt es (hoffentlich) geschafft, euch durch diesen ganzen Unsinn zu kämpfen. Oder ihr habt es sein gelassen. Dann will ich an dieser Stelle noch einmal in aller Kürze zusammenfassen, was es braucht, um einen Abimesen auch abimesisch darzustellen:

Abimesen sind ein kulturell ausgesprochen diverses Volk. Menschen, Zwerge, Goblins und Trolle leben seit jeher Seite an Seite und so kommen wir zum ersten Punkt: Abimesen sind keine Rassisten. Es ist ihnen egal, ob jemand nun grüne oder schwarze Haut, spitze oder runde Ohren hat. Viel wichtiger ist es, woher man kommt und welchen Status man in der Gesellschaft einnimmt, sie sind ausgesprochen patriotisch und stolz auf die Errungenschaften des Sultanats, blicken auf die anderen Großmächte eher herab und halten sich im allgemeinen für Angehörige einer Hochkultur, die allen Anderen überlegen ist. Als Abimese gilt, wer sich wie ein Abimese gibt, wer dagegen Schwierigkeiten hat, sich zu integrieren, der kann mit zeitweise spöttischer, zeitweise verletzender Xenophobie rechnen. Um ein Bild vom Sultanat zu zeichnen haben wir viele verschiedene Kulturen miteinander vermischt, haben Worte verschiedener Sprachen verwendet. Und genau das ist das, was ihr darstellen solltet: Etwas Heterogenes, Buntes voller Widersprüche, das aber doch irgendwo zusammenpasst. Abimesen sind, in möglichst vielen Adjektiven ausgedrückt, farbenfroh, laut, verrucht, unehrlich, geltungssüchtig, kreativ, arrogant, lebensfroh, emotional, schöngeistig, rachsüchtig und verschlagen. Aber auch, wenn dies hier nun so geschrieben steht: Euer Abimese kann ganz anders sein, denn genau das ist es, was das Sultanat auszeichnet, kein Ei ist in der Südsee wie das Andere.

Was könntet ihr nun spielen? Es gibt viele verschiedene Ansätze, wir wollen uns hier aber auf das beschränken, was auf unserem Server möglich ist. Beispiele wären:

  • Ein vor Schulden fliehender, ehemaliger Kleinhändler
  • Eine Sklavin, die ihrem etwas zu aufdringlichen Herren entflohen ist
  • Ein gestrandeter Matrose
  • Eine Söldnerin auf der Suche nach Arbeit
  • Der rebellische Sohn einer Amira, der dem goldenen Käfig oder der straffen Erziehung daheim entkommen wollte
  • Eine Maharanja auf der Suche nach neuen Mantras
  • Einen Ifirqis auf der Flucht vor Verfolgung
  • Eine Amirstochter, die sich aufgrund einer Intrige im verschlafenen Tel Avadi wiederfindet

Egal, wen ihr spielt, lasst Euren Charakter sich von diesem Grundsatz leiten lassen: Nichts hat einen Wert, aber alles hat einen Preis. Moral, Gesetze und Bräuche sind allenfalls Einschränkungen, die man immer irgendwie umgehen kann, Raffinesse ist genau wie Vergnügung eine Tugend. Weltoffenheit und Toleranz genau so, so sehr, dass man damit angeben kann, wie tolerant man eigentlich ist. Und auch wenn man gar nicht weiß womit man es zu tun hat, hat man es mindestens schon zweimal auf dem Basar von Tel Abim gesehen und kennt den Schwager eines Cousins, der damit zu tun hatte. Dazu noch der Conquistadorengeist und fertig ist der Abimese!